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Die neue Kur und ihre Standorte

Jetzt umsteuern: Mehr Prävention in der Gesundheitspolitik

Mehr Vorsorge und Gesundheitsförderung, dazu appelliert der Deutsche Heilbäderverband in der Bad Krotzinger Erklärung. Nur durch eine gezielte Prävention ließen sich die Ausgaben für Krankheiten um bis dreißig Prozent reduzieren. Dringend notwendig, meint der Verband. Denn als Folge des demografischen Wandels und veränderter Lebensbedingungen sei künftig mit wachsenden Kosten für chronisch-degenerative Erkrankungen zu rechnen. Die Lösung könne nur ein Paradigmentwechsel in der Gesundheitspolitik, nämlich mehr Investitionen in die Gesundheitsvorsorge sein. In der Bad Krotzinger Erklärung heißt es: „Derzeit werden pro Versicherten 3.500 Euro für die Finanzierung von Krankheiten und nur vier Euro für Prävention und Gesundheitsförderung ausgegeben. Jetzt muss umgesteuert werden.“

Heilbäder und Kurorte ausbauen
Konkret schlägt der Heilbäderverband einen umfangreichen Maßnahmenkatalog vor. An erster Stelle steht der weitere Ausbau der Heilbäder und Kurorte als „unverzichtbare Kompetenzzentren für Prävention und Rehabilitation“ und Mittelpunkt vernetzter Gesundheitsregionen. Hier müsse in die Infrastruktur durch Umbauten und neue Einrichtungen investiert und die Vernetzung mit Ärzten und Krankenhäusern über eine gesundheitstouristische Marketingstrategie sichergestellt werden. Auch die Sozialgesetzgebung sollte die Prävention stärken, indem sie erforderliche ambulante Vorsorgeleistungen in anerkannten Kurorten zur Pflichtleistung der Krankenkassen mache und eine selbstfinanzierte Kur von Urlaubern gesetzlich benenne und begünstige.

Stiftung Gesundheitstest soll Orientierung geben
Eine Stiftung Gesundheitstest soll Orientierung im Dschungel der zahlreichen Präventionsangebote schaffen. Ziel sei es, Präventionsprogramme, Krankenversicherungen und Gesundheitsdienstleistungen für Patienten, Versicherte und Endverbraucher transparent und vergleichbar zu machen. Generell müssten Präventionsangebote über eine Medienkampagne bekannter werden. Speziell für gesunde Ernährung wird ein eigenes Schulfach und für den Schulsport eine Neubewertung empfohlen, da es sich hierbei um Grundelemente eines gesunden Lebensstils handele.

Betriebliche Gesundheitsleistungen fördern
Aber auch Erwachsene sollten im Rahmen betrieblicher Präventionsprogramme zur Zielgruppe werden und dafür einen steuerlichen Präventionsbonus von 1.000 Euro erhalten. Nicht zuletzt in den Tarifverträgen müssten sich betriebliche Gesundheitsleistungen und spezifische Kurangebote wiederfinden. Um der wachsenden Alterung der Erwerbstätigen gerecht zu werden, müsse das Rehabilitationsbudget als Leistung der gesetzlichen Rentenversicherung angepasst werden. Reha stehe vor Pflege, denn Kur und Prävention verhinderten Krankheiten und erhielten Lebenskraft. Energie, die insbesondere pflegende Angehörige bräuchten, weil sie sowohl physisch wie psychisch stark gefordert würden. Ihnen eine Kur zu ermöglichen, bedeute, in Gesundheit zu investieren und die Finanzierung von Krankheit zu vermeiden.

Mit der Kraft der Natur heilen
Mehr Gewicht schreibt der Heilbäderverband in Zukunft auch den natürlichen Heilmitteln und -verfahren zu. Denn: „Heilen mit der Kraft der Natur heißt, das Problem an der Wurzel anpacken. Naturheilverfahren betrachten den Körper immer als Ganzes, um so nicht nur das eine quälende Krankheitszeichen loszuwerden, sondern auch die Widerstandskräfte zu stärken.“

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