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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Im Akutfall sofort in die Klinik

Rund 300.000 Menschen erleiden in Deutschland jährlich einen Schlaganfall. Er entsteht, wenn ein Blutgefäß im Gehirn oder Gefäß im Halsbereich, dass das Hirn versorgen soll, verstopft ist oder platzt. Der Blutstrom wird unterbrochen, sodass die Gehirnzellen nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden und die Gefahr droht, dass sie absterben. Wird nicht schnell gehandelt, hat das Folgen für die Betroffenen.

Durch schnelles Handeln im Notfall könnten die Zellen gerettet werden. „Wichtig ist es, dass der Betroffene oder die Angehörigen die Symptome schnell erkennen und sofort den Rettungsdienst alarmieren“, sagt Prof. David Liebetanz, Neurologe und Chefarzt am Carolinum in Bad Karlshafen. Das sei jedoch häufig nicht gegegeben. Symptome können Seh-, Sprech- oder Sprachstörungen, heftige Kopfschmerzen oder Lähmungserscheinungen sein. „Viele schieben das auf andere Umstände wie Müdigkeit und Stress“, sagt Liebetanz. Betroffen sind Menschen in jedem Alter. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Diabetes und Übergewicht sowie Rauchen. Deshalb rät Liebetanz, grundsätzlich auf zu fette und zuckerhaltige Speisen sowie Nikotin zu verzichten und sich ausreichend zu bewegen: „Das ist Prävention, die jeder umsetzen kann.“

Achtzig Prozent der Schlaganfälle sind auf ein verstopftes Gefäß durch ein Blutgerinnsel zurückzuführen, zwanzig Prozent auf eine Hirnblutung. „Die verstopften Gefäße können in der Klinik mit CT identifiziert und einer speziellen Infusion aufgelöst werden. Das funktioniert jedoch nur innerhalb der ersten Stunden nach Auftreten der ersten Symptome“, sagt Liebetanz. Danach gehe es darum, die Ursachen zu finden – „zum Beispiel Bluthochdruck, der gesenkt, oder Diabetes, die richtig eingestellt werden muss.“

Früher Rehabeginn verbessert Prognose
Wichtig nach einem erlittenen Schlaganfall ist die Rehabilitation, die in den ersten Tagen beginnnen sollte. „Der frühe Beginn der Rehabilitation durch Physio- und Ergotherapie, Logopädie und spezialisierte Pflegekräfte trägt entscheidend dazu bei, die langfristige Prognose des Patienten zu verbessern“, sagt Liebetanz, der auf Schlaganfallrehabilitation spezialisiert ist. Die Folgen eines Schlaganfalls sind meist halbseitige Lähmungen, von denen Gesicht, Arme und Beine betroffen sind, sowie Sprech- und Sprachstörungen bis hin zum Verlust. In der Reha werden die Patienten mobilisiert: Gelenke, gelähmte Muskeln, das Sprach- und Sprechvermögen trainiert. „Patienten müssen wieder gehen, sich bewegen und oft das Sprechen wieder lernen“, sagt Liebetanz. Logopäden kümmern sich um das Sprach- und Sprechtraining, Physiotherapeuten um Beweglichkeit und Kräftigung. „Im Carolinum bieten wir zum Beispiel Aquatherapien an, die sehr schonend sind“, sagt Liebetanz.

Einige Patienten leiden nach einem Schlaganfall unter dem sogenannten Fallfuß: Ihnen ist es nicht mehr möglich, den Fuß anzuheben, was das Gehen erschwert. „Hier bieten wir die funktionelle Elektro-Stimulation an, mit der den Muskeln wieder das richtige Bewegungsmuster antrainiert wird“, sagt Liebetanz. Reicht dies nicht aus, kann ein Neuroimplantat in den Fuß gesetzt werden, das die Muskeln und Nerven stimuliert. In der Reha geht es auch darum, den Lebensstil zu ändern. Eine Diät-Beratung hilft die Ernährung umzustellen und Gewicht zu reduzieren. Auch Psychologen begleiten die Betroffenen. „Nicht selten hat eine solch Erkrankung eine Depression zur Folge“, sagt Liebetanz. Eine soziale Beratung hinterfragt, ob und wie das Leben zu Hause weitergehen kann: Wie kann eine Rückkehr in das Familien – und Arbeitsleben aussehen? Welche Hilfsmittel werden gebraucht? „Eine qualifizierte Reha gibt Lebensqualität zurück, soweit das je nach Schwere des Schlaganfalls möglich ist“, fasst Liebetanz zusammen.

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