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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Je früher die Diagnose, desto besser die Prognose

Für Frauen jeden Alters ist eine jährliche gynäkologische Untersuchung zur Krebsfrüherkennung wichtig. Denn bei gynäkologischen Krebserkrankungen, also Tumoren der weiblichen Geschlechtsorgane, gilt: Je früher die Diagnose und Behandlung, desto besser ist die Prognose. Die Untersuchungen sind in der Regel schmerzlos und wenig aufwändig.

„Werden Veränderungen frühzeitig erkannt, sind sie meist einfach zu behandeln und ein rechtzeitig erkannter Krebs ist heutzutage fast immer heilbar“, sagt Dr. Janusch Walbeck, Gynäkologe in Kassel. Insbesondere bei Brust- und Gebärmutterhalskrebs profitieren Frauen von einer Früherkennung, aber ebenso bei Gebärmutter-, Eierstock-, Scheiden- oder Schamlippenkrebs. Jede Frau ab 20 Jahre hat einmal im Jahr Anspruch auf eine gynäkologische Krebsfrüherkennung. „Ab 20 Jahre wird der Gebärmutterhalsabstrich, ab 30 zusätzlich die Tastuntersuchung der Brust, ab 50 zusätzlich die Stuhluntersuchung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen“, erklärt Walbeck. „Routinemäßige Ultraschalluntersuchungen allerdings nicht.“

Brustkrebs hat höchste Sterblichkeitsrate
Statistiken (Stand: 2008) belegen, dass 27 Prozent aller Krebserkrankungen bei Frauen Brustkrebs sind. Jährlich erkranken in Deutschland rund 57 000 Frauen daran. Die Hälfte der Frauen ist zwischen 50 und 69 Jahre alt. Ein Drittel der Frauen stirbt. Der Brustkrebs gilt als der Krebs mit der höchsten Sterblichkeitsrate. Um ein Mammakarzinom frühzeitig zu erkennen, ist ab dem 30. Lebensjahr einmal im Jahr eine Brustuntersuchung vorgesehen. Darüber hinaus sollte jede Frau ihre Brust einmal im Monat selbst nach möglichen Veränderungen untersuchen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen für Frauen zwischen 50 und 69 Jahren alle zwei Jahre die Kosten für die Mammographie. „Sechzig Prozent meiner Patientinnen nehmen am Mammoscreening teil“, berichtet Walbeck. Dennoch gehen Experten davon aus, dass etwa zwanzig Prozent der Todesfälle vermeidbar wären. „Die Akzeptanz der Früherkennungsprogramme könnte noch größer sein“, sagt Walbeck. Hinzu kommt, dass viele das familiäre Risiko nicht wahrhaben wollen. „Bei familiären Brustkrebserkrankungen sollte man unabhängig vom Alter zehn Jahre vor dem Erkrankungsalter der betroffenen Person eine Mammographie machen lassen“, erklärt Walbeck. Das heißt: Ist die Mutter mit 51 Jahren an Brustkrebs erkrankt, sollte sich die Tochter mit 41 Jahren untersuchen lassen.

Gebärmutterhalskrebs dank Screening früh behandelbar
„Im fortgeschrittenen Stadium ist Gebärmutterhalskrebs immer tödlich. Zellveränderungen kann man in einem sehr frühen Stadium erkennen. „Dies ist noch kein Krebs, sondern eine Veränderung, die wir Dysplasie nennen“, erklärt Walbeck. Hauptrisikofaktor für Gebärmutterhalskrebs ist eine Humane Papillomviren (HPV)-Infektion. Es gibt mehr als 100 Varianten, die meisten sind ungefährlich. Typ 16 und 18 sind für siebzig Prozent der Tumore, das Zervixkarzinom, am Gebärmutterhals verantwortlich. Von der Infektion bis zum Krebs vergehen mindestens sieben Jahre. „Genug Zeit, um Vorstadien mittels Abstrich, dem PAP-Test, zu erkennen“, sagt Walbeck. Auch eine HPV-Impfung sei wichtig. Für Frauen bis 18 Jahre werde sie von allen Kassen bezahlt. Sie schützt vor den meist vorkommenden Viren (Typ 16 + 18). Sie ist die erste Impfung die das Krebsrisiko um 75 Prozent senkt. Aber: Sie ersetzt nicht die Früherkennung beim Arzt.

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