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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Macht mich mein Essen krank?

Gluten, Laktose & Co – immer mehr Verbraucher fragen sich: Macht mich mein Essen krank?

Foto: istockphoto.comVöllegefühl, Blähungen, Durchfall, Kopfschmerzen. Immer mehr Menschen führen diese Symptome auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten zurück. Gluten- und laktosefreie Lebensmittel boomen. Immer mehr Menschen ernähren sich frei von Klebereiweiß aus Getreide (Gluten) und frei von Milchzucker (Laktose). Jeder zweite Deutsche glaubt, an einer Laktose-Intoleranz zu leiden. Tatsächlich sind nur 15 Prozent betroffen. Von einer Gluten-Intoleranz (Zöliakie) sind es sogar nur 0,3 Prozent. Jeder dritte Deutsche glaubt aber, darunter zu leiden. Tatsache ist aber auch, dass Allergien auf Nahrungsmittel in den Industrieländern stark zugenommen haben: Ihre Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. In Deutschland sind sechs Millionen Menschen betroffen. Experten betonen jedoch auch dass Intoleranzen zum Beispiel für Laktose nicht zunehmen, sondern dass sie einfach nur besser erkant werden. Die wichtigsten Fragen zum Thema beantwortet die Dermatologin Prof. Dr. Michaela Axt-Gadermann.

Ist es sinnvoll, grundsätzlich auf Gluten und Laktose zu verzichten?
„Nein, das ist nur sinnvoll, wenn man tatsächlich eine Gluten- oder Laktoseunverträglichkeit hat“, sagt Axt-Gadermann. Gluten sorgt für die Saftigkeit von Getreideprodukten. Fehlt es, werden oft andere ungesunde Ersatzstoffe von Fetten bis hin zu Chemie eingesetzt. Außerdem kann eine glutenfreie Ernährung zu einem Mangel an Eisen, Kalzium und Ballaststoffen führen. Ein völliger Milchverzicht gefährdet die Knochen.

Worin unterscheidet sich eine Intoleranz von einer Allergie?
Eine Allergie ist ein Irrtum des Immunsystems, das einen harmlosen Stoff als Feind einordnet und ihn mit Antikörpern bekämpft. Eine Intoleranz beruht auf einem körpereigenen Mangel, zum Beispiel an Verdauungsenzymen, die für die Verarbeitung von Gluten oder Laktose nötig sind. „Eine Allergie kann man mit einem Allergietest eindeutig nachweisen. Bei einer Intoleranz ist das schwieriger“, sagt Axt-Gadermann. Unverträglichkeiten seien im Gegensatz zu Allergien auch mengenabhängig.

Wie finde ich heraus, welche Inhaltsstoffe nicht gut tun?
„Am besten durch ein Ernährungstagebuch, in dem Beschwerden und alles, was ich gegessen und getrunken habe, aufgeführt werden“, empfiehlt Axt-Gadermann. Dafür braucht man Geduld: Nach einigen Wochen könne man ein Muster erkennen. Hautärzte bieten Prick-to-Prick-Tests an. Dabei werden Mininadeln erst ins Lebensmittel gepikst und danach in die Haut. Eine Gluten-Intoleranz kann mit einem Bluttest nachgewiesen werden, Laktose- und Fruktose-Intoleranzen mittels eines speziellen Atemtests.

Gibt es Risikogruppen, die häufiger betroffen sind?
Grundsätzlich kann jeder eine Nahrungsmittelallergie oder -unverträglichkeit entwickeln. „Gefährdet sind Menschen, die bereits unter Neurodermitis und Heuschnupfen leiden“, erläutert Axt-Gadermann. Auch Patienten, die Arzneimittel gegen zu viel Magensäure nehmen, entwickeln häufiger Allergien.

Welche Nahrungsmittel sind besonders heikel?
„Es gibt acht Nahrungsmittel, die 90 Prozent aller Allergien verursachen: Milch, Eier, Erdnüsse, Soja, Weizen, Nüsse, Fisch und Schalentiere“, berichtet Axt-Gadermann. Vor allen Soja, Fisch und Nüsse könnten schwere allergische Reaktionen verursachen. „Kreuzallergien – Nahrungsmittelallergien, die in Verbindung zu einer Pollenallergie stehen – kommen oft gegen Haselnüsse, Kern- und Steinobst vor.“ Der Grund: Sie sind mit Pollen verwandt. Was Gluten- und Fruktose-Intoleranz betrifft, gibt es nur Schätzungen, welche Lebensmittel starke Reaktionen hervorrufen.

 

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