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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Risikofaktor Bewegungsmangel

Körperliche Aktivität kommt im normalen Tagesablauf vieler Menschen, auch im Leben der Kinder und Jugendlichen, kaum noch vor. Arbeit findet meist im Sitzen statt, der Fahrstuhl ersetzt das Treppensteigen, Computerspiele das Toben im Freien. Vor dieser Entwicklung warnen Kardiologen und Internisten, denn Bewegungsmangel ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten einer koronaren Herzkrankheit (KHK).

Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist dadurch charakterisiert, dass sich Herzkranzgefäße in einem langen schleichenden Prozess verengen, sodass die Durchblutung des Herzens behindert wird. Schlimmstenfalls kommt es zu Herzinfarkt (Über 59 000 Menschen sterben bundesweit jedes Jahr daran) und Herzschwäche. Allein in Deutschland sind laut des Instituts für Herzinfarktforschung in Ludwigshafen etwa 2,34 Millionen Frauen und 3,16 Millionen Männer von einer KHK betroffen. Sie gehört weltweit zu den häufigsten Herzerkrankungen.

Jeder kann das Risiko selbst senken
Dass die KHK so gehäuft auftritt, ist zum großen Teil das Ergebnis unseres ungesunden Lebensstils. Bewegungsmangel ist ein wesentlicher Risikofaktor für die Entstehung und das Fortschreiten einer KHK, berichtet die Deutsche Herzstiftung. Zwar spielen Alter, erbliche Belastung und Geschlecht eine wichtige Rolle, jedoch entstehen die vier wichtigsten KHK-Risikofaktoren Bluthochdruck, erhöhtes Cholesterin und Diabetes hauptsächlich durch eine falsche Ernährung, Mangel an Bewegung, Übergewicht, Rauchen und Stress.
Deshalb: Einen gesunder Lebensstil und vor allem körperliche Aktivität sind die beste Prävention. Ausdaueraktivitäten wie flottes Gehen, Radfahren, Walken, Joggen, Schwimmen wirken sich grundsätzlich günstig auf das Herz aus und können das Auftreten einer KHK hinauszögern oder verhindern. Die Deutsche Herzstiftung empfiehlt ein Training von mindestens dreißig Minuten, mehrmals wöchentlich. Wichtig: Menschen mittleren Alters, die lange nicht wirklich körperlich aktiv waren, sollten sich vor Aufnahme einer intensiven Ausdauerbewegung ärztlich untersuchen lassen.

Bewegung ist Basis jeder Therapie
Leidet ein Patient bereits an einer KHK, so ist ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger körperlicher Aktivität Basis jeder Therapie – ganz gleich, ob die Behandlung mit Medikamenten, Stents oder Bypass durchgeführt wird. Körperliche Aktivität hat sich laut der Deutschen Herzstiftung zu einem wichtigen zusätzlichen Therapiekonzept in der Behandlung der KHK etabliert. Aus Erfahrung im Herz- und Gefäßsport wisse man dass sich keine Therapieform derart günstig auf die Lebensqualität der Patienten auswirkt wie das körperliche Training. Die körperliche Leistungsfähigkeit und Lebenserwartung werden verbessert, der Herzmuskel besser durchblutet, die Risikofaktoren Übergewicht, hohe Blutfett- und Blutdruckwerte werden günstig beeinflusst, das Fortschreiten der KHK wird gebremst. Achtung: Die Trainingsintensität muss bei Herzpatienten immer vom Arzt individuell ermittelt und dosiert werden, um den gewünschten Effekt zu erzielen und Komplikationen zu vermeiden. NH

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