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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Das Glück kommt auf leisen Pfoten

In fünf Schritten zum Genuss
Foto: istockphoto.comGenussmenschen – als solche werden wir geboren. Kleine Wesen, die alles genießen oder, wenn es nichts zu genießen gibt, sich lauthals zu Wort melden! Im Erwachsenenleben steht dann meistens der Verstand im Vordergrund: Mit ihm treffen wir Entscheidungen. Wir setzen ihn ein, wenn wir etwas wissen wollen und glauben vor allem, dass er unser berufliches Leben lenken sollte. Aber ohne emotionale Beteiligung, ohne Genussmomente, fehlt dem Leben die Würze. Genuss ist ein wichtiger Wohlfühl- und Gesundheitsfaktor! Genusstrainings werden daher schon lange erfolgreich in der klinischen Behandlung von Burn-out eingesetzt. Doch Ziel ist es, gar nicht zum Totalausfall zu kommen. Viele stressbedingte Erkrankungen und die hohen Kosten dafür könnten vermieden werden, wenn Unternehmen den Stress am Arbeitsplatz zum Beispiel durch kleine Genussübungen erträglicher gestalten würden. Erfahren Sie in fünf Schritten, wie Sie wieder ein Leben mit bewusstem Genuss erlangen.

Bewusst wahrnehmen
Kennen Sie das auch? Sie kommen aus dem Urlaub zurück und nehmen plötzlich Ihre Umgebung ganz anders wahr. Das Bild im Zimmer des Kollegen – hing das schon immer da? Die Bäume auf dem Weg zur Arbeit – sind sie in der Zwischenzeit gewachsen? Wir benötigen Abstand, um wieder bewusst wahrnehmen zu können, und bewusstes Wahrnehmen ist der erste Schritt zu einem genussvollen Leben. Also gönnen Sie sich diesen Abstand auch im Alltag. Treten Sie morgens aus der Tür und atmen Sie erst mal tief ein. Wie riecht der Tag? Gönnen Sie sich bei der Arbeit eine kurze Wahrnehmungspause. Im Büro können Sie mit dem Blick aus dem Fenster schweifen, im Geschäft die Hand über Ihre Ware gleiten lassen oder als Lehrer Ihre Schüler einmal genau betrachten, während Sie mit Ihnen arbeiten. Klingt komisch? Hilft aber, wieder mit allen Sinnen das Leben zu genießen.

Neugier wiederentdecken
Damit einher geht das Interesse an Menschen und Dingen. Nur wenn ich mit einer gesunden, ja kindlichen Neugier auf meine Umgebung zugehe, kann ich Neues entdecken. Wie geht ein Kind durch die Welt? Es bleibt bei jeder kleinen Ameise, die über den Weg läuft, stehen. Es fragt die Nachbarin, warum sie einen Rollator benutzt. Ich habe als Kind gerne die Menschen, die am Haus vorbei gingen, gefragt, wohin sie wollten. Wann haben Sie zuletzt kleine Tiere am Wegesrand beobachtet? Wann haben Sie sich für die Nachbarin oder den Kollegen interessiert? Neugierig sein heißt, etwas neu entdecken wollen. Gönnen Sie sich öfter einen neugierigen, interessierten Moment. Er sorgt auch für Abwechslung, denn die Gewohnheit ist der natürliche Feind des Genusses.

Sich begeistern lassen
„Begeisterung ist Doping für Hirn und Geist“, sagt Hirnforscher Professor Gerhard Hüther aus Göttingen. Und weil ich es nicht besser beschreiben kann als er, zitiere ich ihn weiter: „Alles, was Menschen hilft, was sie einlädt, ermutigt und inspiriert, eine neue, andere Erfahrung zu machen als bisher, ist gut für das Hirn und damit gut für die Gemeinschaft. (…) So lautet die frohe Botschaft der Hirnforscher: Wer sein Gehirn nicht zu einer Kümmerversion dessen machen will, was daraus hätte werden können, der muss seine kindliche Begeisterungsfähigkeit zurückgewinnen.“ Wofür haben Sie sich zuletzt so richtig begeistert? Sich an dem, was ist, zu erfreuen, hat den gleichen Stellenwert wie dem, was Sie tun, einen Sinn abzugewinnen.

Genuss einplanen
Wir leben heutzutage drei Mal so schnell wie die Geschwindigkeit, für die wir eigentlich gemacht sind. Wir rennen durch unser Leben und stellen dann, bestenfalls am Wochenende oder im Urlaub, fest, dass wir ganz vergessen haben, mal zu uns zu kommen. Genuss kommt im Alltag gar nicht oder selten vor. Wenn das bei Ihnen auch so ist, dann planen Sie doch mal ganz bewusst kleine Genussrituale in Ihr Leben ein: den Kaffee oder Tee in der Mittagspause, mit allen Sinnen genossen; das kurze Treffen mit einem Freund nach Feierabend oder das bewusste Spiel mit Ihrem Kind, ohne schon wieder ans Kochen oder die Arbeit zu denken. Und damit sind wir schon beim nächsten Schritt zu einem genussvollerem Leben.

Im Hier und Jetzt leben
Carpe diem – Nutze den Tag. Das bedeutet auch, ihn jetzt zu nutzen und nicht an Gestern oder Morgen zu denken. Seien Sie ganz bei der Sache, wenn Sie etwas tun. Die Dänen gelten als das glücklichste Volk der Welt. Befragt, was sie glauben, woran dies liegt, antworten sie: wenn wir arbeiten, dann arbeiten wir, und wenn wir Feierabend machen, dann genießen wir die Freizeit. Im Hier und Jetzt zu leben, will geübt sein. Das wird uns nicht jeden Tag gelingen. Aber wir können immer wieder üben, glückliche Genießer zu werden. Nach und nach werden Sie spüren: Das Glück kommt auf ganz leisen Pfoten zu Ihnen. Unsere Gastautorin: Jutta Mürköster ist Expertin für Stress- und Selbstmanagement in Kassel.

 

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