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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Endlich auftanken!

Nichts ist so schön wie Nichtstun. Vor allem in den Ferien. Das wird aber nicht gern gesehen in Zeiten, in denen Urlaubsziele zu den Statussymbolen zählen und Urlaubsgeschichten vom Kitesurfen und Flugmeilensammeln handeln. Die Prämisse „höher, schneller, weiter“ bringt nur selten den gewünschten Erholungseffekt. Zu tun, worauf man Lust hat aber schon – auch wenn es eben nichts ist. Bedeutet Urlaub nicht, frei zu sein von Pflichten, zurück zu finden in den ureigensten Takt? Das klappt nur, wenn wir auf unsere Bedürfnisse hören. Die Medien und die anderen um uns herum suggerieren uns häufig etwas anderes: Je mehr Abenteuer, je weiter weg, desto besser. Machen Sie sich frei davon. Und es sind ja nicht nur die Ansprüche jener, die sich an unseren Erzählungen laben. Auch die, die mit uns reisen, haben Ansprüche. Zuweilen prallen auch da Welten aufeinander. Lesen Sie hier ein paar Tipps, die zum Gelingen der schönsten Zeit des Jahres beitragen.

Puffertage einbauen
Die Erwartungen an die schönsten Wochen des Jahres sind hoch. In den Ferien wollen wir mal richtig ausschlafen, ein Buch lesen, Sport treiben, die Akkus aufladen... Doch viele kommen enttäuscht zurück und sind eben nicht gut erholt. Das muss nicht sein! Foto: fotolia.comViele Menschen erwischt zu Beginn der Ferien eine Erkältung. Ein Phänomen, das holländische Forscher entdeckt haben. Sie tauften es „Freizeitkrankheit“. Zu ihr kommt es, wenn der Arbeitsstress von hundert auf null sackt, der Körper weniger Stresshormone produziert. Das Immunsystem deutet das als Pausensignal – und schon schlagen Viren und Bakterien zu. Besonders dann, wenn die Ferien mit Strapazen wie Staus beginnen. Besser ist es, ein paar Puffertage einzuplanen statt vom Schreibtisch aus zu starten. Bleiben Sie zwei Tage zuhause, treffen Sie letzte Vorbereitungen und bauen zwischendurch ein Schläfchen ein. So können Sie mit einem guten Gefühl losfahren.

Kontraste setzen
Ferien bieten die Chance, einseitige Belastungen auszugleichen. Setzen Sie also Kontrastpunkte zum Alltag. Kopfarbeiter brauchen eher Bewegung, die auspowert. Wer viel vor dem PC hockt, sollte die Natur genießen. Wer körperlich arbeitet, möchte vielleicht seine geistigen Ressourcen ausschöpfen – lesen, malen, Museen besuchen. Und bei einem totalen Stressjob? Drei Wochen am Strand von Sizilien bringen wohl mehr Entspannung als Trekking in schwindelerregenden Höhen. Generell gilt: Planen Sie genug Zeit ein, um Entspannung und Aktivität abzuwechseln, und hören Sie auf Ihr Bauchgefühl, worauf Sie Lust haben.

Ballast abwerfen
Sorglosigkeit sorgt für Leichtigkeit in den Ferien. Werfen Sie deshalb auch ganz bewusst Ballast ab. Sie sind am Strand oder See? Malen Sie mit den Zehen einen Kreis in den Sand, sammeln Sie Steine und Muscheln, die Sie in den Kreis legen. Diese stehen symbolisch für die Sorgen des Alltags. Stellen Sie sich kurz mit in diesen Kreis, schließen die Augen und treten bewusst wieder mit dem Gedanken heraus „Ich lasse euch zurück“. Wenn Sie Ballast loswerden möchten, kann es auch helfen, sich vor dem Urlaubsstart Frust und Ärger von der Seele zu schreiben und Ziele oder Visionen zu formulieren, wie man Probleme nach den Ferien angeht.

Eigene Wege gehen
Etwa ein Drittel der Urlauber fühlt sich von seinen Mitreisenden genervt. Während man sich im Alltag kaum sieht und auch weniger spricht, bekommt man jetzt 100 Prozent Familie. Das weckt häufig viel zu hohe Erwartungen. Auch Interessen sind oft unterschiedlich: Der eine möchte wandern, der andere einkaufen, der nächste nur am Strand liegen. Planen Sie ein lockeres Programm, das mit seinen Eckpfeilern allen Bedürfnissen gerecht wird. Und gehen Sie, wenn Sie zu zweit reisen, auch mal getrennte Wege; sind Kinder dabei, nutzen Sie das Angebot der Kinderbetreuung.

Krisen verschieben
Der Urlaub ist eine intensive gemeinsame Zeit, die Konflikte heraufbeschwören kann. Studien belegen: Bei jedem vierten Paar kriselt es. Bleiben Sie trotzdem gelassen, verschieben Sie Beziehungsdiskussionen auf danach. Um Spannung zu lösen, hilft es oft schon, konkrete Schritte für zuhause zu vereinbaren: zum Beispiel mehr Zeit für Nähe und gemeinsame Aktivitäten, Zeit für Krisengespräche oder eine Paartherapie. Und versuchen Sie, sich trotzdem ganz bewusst auf den anderen einzulassen, hören Sie in sich hinein: Vielleicht ist es trotz des Streites ein positives Signal.

Handy ausschalten
Vielen gelingt es nicht, im Urlaub die Gedanken an den Job abzuschalten, weil das Büro sie oft über das Handy anruft oder anmailt. Deshalb: Konsequent Handy ausschalten und nur einmal täglich die Mobilbox abhören, nicht allzu oft das Mailfach checken. Dieser Bruch mit dem Job gelingt, so zeigen Studien, am ehesten, wenn man sich aktiv ablenkt und Neues entdeckt. Und vereinbaren Sie mit den Kollegen: anrufen nur im Notfall. Wenn es nicht anders geht: eine fest Uhrzeit ausmachen, zum Beispiel morgens zwischen 10 und 11 Uhr.

Achtsam leben
Genießen Sie jede Minute – von der Morgendusche bis zum Sonnenuntergang. Das heißt, nicht schon unter der Dusche den Tagesablauf planen, das löst Stress aus, sondern jeden einzelnen Wassertropfen auf der Haut bewusst spüren. Sehen Sie genau hin, wenn die Sonne untergeht. Hören, fühlen, riechen und schmecken Sie Ihre Umwelt. So lassen Sie sich intensiver auf die freie Zeit ein, nehmen mehr Urlaubsenergie mit nach Hause und haben länger etwas vom Erholungseffekt.

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