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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Gesund ohne Chemie: die Pflanzenapotheke

Fotolia.com, Quelle: BKK VBUBücher und Internetforen preisen gesundes Grünes von Artischocke über Kamille bis hin zur Zwiebel. Die Liste der Pflanzen und Hausmittel mit möglicher oder erwiesener medizinischer Wirkung ist lang. Doch was hilft tatsächlich, was ist Aberglaube?

Heutzutage wird gezielt Forschung zur Wirksamkeit von Phytopharmaka, also pflanzlichen Heilmitteln, betrieben, sagt die Gesundheitsexpertin der BKK VBU Astrid Salomon. „Beispielsweise gibt es das Komitee Forschung Naturmedizin e.V., das auf der Basis von Daten der forschenden Hersteller von Naturheilmitteln Daten zusammenträgt und der Allgemeinheit zur Verfügung stellt, oder auch eine Datenbank mit therapeutischen Pflanzen der Universität Lausanne in der Schweiz.“

In mehreren Studien wurde nachgewiesen, dass Baldrian als Schlafmittel nicht nur ebenso gut wirkt wie ein synthetisches Arzneimittel, sondern vor allem weniger Nebenwirkungen – wie ein beeinträchtigtes Reaktionsvermögen – hervorruft. Baldrian ist ebenfalls eine Alternative für Menschen, die befürchten, von chemischen Schlafmedikamenten abhängig zu werden. Auch bei Depressionen oder Stimmungsschwankungen empfiehlt sich eine pflanzliehe Alternative, das Johanniskraut. Beim Behandeln von spezifischen Frauenleiden helfen Pflanzen, die Phytohormone, also pflanzliche hormonähnliche Wirkstoffe, enthalten. Dazu zählt der Mönchspfeffer, der bei prämenstruellen Beschwerden eingesetzt wird.

In einigen Fällen ist die Wirksamkeit von Pflanzenheilmitteln umstritten, so beispielsweise bei Sonnenhut (Echinacea), der häufig zum Stärken der Abwehrkräfte in den Drogerien im Regal steht. Hier lohnt ein genauer Blick auf die Packung: Die Bewertungskommission für Phytotherapeutika empfiehlt Produkte aus der Wurzel Echinacea pallida und aus der Wurzel Echinacea purpurea.

Weißdorn stärkt das Herz
Neben diesen beliebten Heilpflanzen gibt es auch weniger bekannte, deren Wirkung aber ebenfalls nachgewiesen werden konnte. „Viele davon sind als unterstützende Maßnahmen besonders bei langanhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden sinnvoll“, so Gesundheitsexpertin Salomon. Bei Herzkrankheiten oder um vorbeugend für ein starkes Herz zu sorgen, hilft zum Beispiel Weißdorn. Er fördert die Durchblutung des Herzens und wirkt dem Fortschreiten einer Herzerkrankung entgegen. Efeu wirkt schleimlösend und kann deshalb Asthmatikern Linderung verschaffen oder bei Bronchitis eingesetzt werden. Und wer häufig Probleme mit den Harnwegen hat, kann Preiselbeersaft trinken und damit Infekte behandeln.

Darüber hinaus gibt es sogar bei der Therapie einiger spezieller bisher nicht zu behandelnder Krankheiten wirksame pflanzliche Heilmittel. Es existiert zwar noch kein Medikament, das Alzheimer kuriert, aber in Studien hat ein spezielles Ginkgo-Extrakt die Demenz nachgewiesenermaßen genauso verzögert wie synthetische Medikamente, war aber besser verträglich.

Die am besten erforschte Pflanze, die als Hausmittel verwendet wird, ist die Kamille. Sie kann zum Beispiel äußerlich in Salben und Umschlägen gegen Haut- und Schleimhautentzündungen oder auch innerlich als Tee oder Inhalation gegen Erkrankungen der Atemwege verwendet werden. Zwar ist die Wirkung belegt, aber, so warnt Astrid Salomon: „Wer Kamille selber anbaut und dann eine verunreinigte Pflanze als Arznei verwendet, riskiert eine allergische Reaktion.“ Sie empfiehlt daher bei allen Pflanzenheilmitteln auf Qualität zu achten und immer hochwertige Produkte zu kaufen.

Heilpflanzen im Überblick
Wer auf die Heilkraft aus der Natur setzt, sollte sich aber bewusst sein, dass die Selbstmedikation keinesfalls den Besuch beim Arzt ersetzt. Viele Pflanzen entfalten nur bei einer richtigen Anwendung die gewünschte Wirkung. Lesen Sie daher immer genau den Zubereitungsvorschlag.

Aloe: wirkt lindernd bei Sonnenbrand, Insektenstichen und Hautirritationen.
Anis: ist bekannt dafür, dass er Blähungen auflöst. Da die Pflanze auch sekretlösende Eigenschaften hat, wird sie oft auch bei Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt.
Bärentraube: Ihre antibakterielle und harntreibende Wirkung hilft unter anderem bei Blasen- und Nierenbeckenentzündungen.
Birkenblätter: helfen dabei, den Körper zu entwässern. Die enthaltenen Flavonoide erhöhen die Harnmenge, sodass mehr Harn ausgeschieden werden kann.
Frauenmantel: wird bei Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere Durchfall und Blähungen, verwendet. Auch wirksam bei Entzündungen der Gebärmutterschleimhaut und Menstruationsbeschwerden.
Huflattich: enthält Vitamin C und wirkt schleimlösend, vor allem bei Husten und Heiserkeit.
Ingwer: Die Scharfstoffe im Ingwer können sowohl Brechreiz bekämpfen als auch die Verdauungsfunktionen fördern. Die Pflanze ist auch bekannt dafür, antibakteriell zu wirken, zum Beispiel als Aufguss bei Halsschmerzen und Erkältungen.
Pfefferminze: Das reine Öl der Pfefferminze wirkt schleimlösend. Außerdem regt sie den Appetit an, ist krampflösend und erhöht die Gallenproduktion. Äußerlich angewendet hat das Öl einen kühlenden und schmerzlindernden Effekt.
Rosmarin: ist anregend, entzündungshemmend, durchblutungsfördernd und wird bei Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen oder Depressionen eingesetzt.
Thymian: wirkt stark antibiotisch bei Bakterien und Pilzinfektionen. Er wird bei Husten, Keuchhusten, Bronchitis, Atemwegsinfektionen und Halsschmerzen verwendet.
Traubensilberkerze: lindert Symptome, die in den Wechseljahren auftreten: Hitzewallungen, Schlafprobleme, Stimmungsschwankungen, Nervosität oder Gereiztheit. Hat östrogenähnliche Wirkungen.
Zwiebel: der Saft aus Zwiebeln und Zucker oder Honig wirkt schleimlösend und hilft bei Erkältung, Husten und Bronchitis.?n
Das Öl der Pfefferminze hat viele positive Eigenschaften: Es wirkt unter anderem krampflösend.

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