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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Minimaler Druck löst Spannung

Behandlung der Schulterpartie mit der Craniosacral-Therapie. Foto: www.cranioverband.orgDie Craniosacral-Therapie spürt Blockaden im Körper auf
Neunzig Prozent aller chronischen Rückenschmerzen sind unspezifisch. Das heißt, es findet sich keine klare Ursache. Stress kann eine unter vielen sein und zu schmerzhaften Verspannungen führen. Hier kann die Craniosacral-Therapie helfen. Sie ist eine sanfte, manuelle Behandlungsform, die einen Teilbereich der Osteopathie darstellt. Ihr Ziel: Blockaden lösen.

Es geht, darum sich einzulassen und loszulassen. Darum, sich in andere Hände zu begeben und ihnen zu vertrauen. „Nur so ist völlige Entspannung und Regeneration möglich“, sagt Almut Althaus. Sie ist Craniosacral-Therapeutin in Kassel. Ihre Hände legen sich sanft auf meinen Körper, berühren kaum merklich Schädelknochen, Wirbelsäule und Becken. Mit sanften Manipulationen will sie körpereigene Abläufe beeinflussen, Blockaden lösen und Gewebespannungen mindern.

Sie versucht, die körpereigenen Rhythmen zu erspüren. Diese sollen durch die Eigenbewegung von Gehirn und Rückenmarkshäuten zustande kommen – bedingt durch Verschiebungen und Pulsieren der Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark umgibt. „Ziel der craniosacralen Techniken ist es, Blockaden der natürlichen Bewegungsspielräume aufzuspüren und zu beseitigen“, erklärt mir Almut Althaus das Prinzip. „Wenn es gelingt, die ursprüngliche Beweglichkeit von Gewebe und Organen wiederherzustellen, bessern sich die Symptome.“

Wie funktioniert die Behandlung?
Jede Sitzung beginnt mit einem Gespräch über aktuellen Beschwerden und Bedürfnisse, wir sprechen beim ersten Mal auch über Vorerkrankungen und Lebensumstände. Danach lege ich mich ganz entspannt auf eine Liege. Almut Althaus setzt sich ans Kopfende und beginnt, mit ihren Händen die verschiedenen Punkte meines Körpers zu ertasten. Das Ertasten der Qualität des craniosacralen Rhythmus ist vergleichbar mit dem Pulsfühlen. Spürt Almut Althaus Blockaden auf, korrigiert sie mit minimalem Druck die Position von Schädel- und Kieferknochen, Gelenken, Becken und Kreuzbein – und löst so den „Knoten“.

Bei einer erfolgreichen Therapie sollte der Patient merken, wie sich betroffene Körperregionen entspannen und die Beschwerden bessern, und der Therapeut die reduzierte Gewebespannung registrieren. Auch wenn die Zusammenhänge und Grundlagen wissenschaftlich nicht belegt sind, so verspüre ich wie viele Patienten nach einigen Sitzungen eine Besserung der Rückenbeschwerden, die Schulter und die Lendenwirbel sind beweglicher, die Verspannungen und Schmerzen in der Muskulatur, der Druck auf den Gelenken verlieren sich.

Wo wurde die Therapie entwickelt?
Die Craniosacral-Therapie wurde um 1940 von dem amerikanischen Osteopathen William G. Sutherland entwickelt und seit Ende der 1970er-Jahre von Dr. John Upledger aus Florida als eigenständige Therapieform verfeinert. Es handelt sich um eine Arbeit am Pulssystem der Flüssigkeit, die Gehirn und Rückenmark nährt und schützt. Die Rückenmarksflüssigkeit bewegt sich in einem System aus Membranen, die sich vom Schädel (Cranium) über die Wirbelsäule bis zum Kreuzbein (Sacrum) ausdehnen.

Das Verfahren wirkt sich positiv auf das Nerven-, Hormon- und Immunsystem sowie den Bewegungsapparat aus. Gute Erfolge werden bei Kopf-, Nacken- und Rückenschmerzen verzeichnet, ebenso bei Tinnitus, stress- und spannungsbedingten Störungen.

Was kostet die Behandlung?
Eine Sitzung dauert zwischen 30 und 60 Minuten und kostet im Durchschnitt 60 Euro. Therapeuten können Physiotherapeuten, Heilpraktiker oder auch Ärzte mit Facharztausbildung sein; ein medizinischer Grundberuf ist für die Ausübung der craniosacralen Therapie gesetzlich vorgeschrieben. Die Leitlinien des Craniosacral Verbandes Deutschlands fordern, dass die Ausbildung in craniosacraler Therapie mindestens 630 Ausbildungsstunden umfassen sollte.

Private Krankenversicherungen übernehmen die Kosten je nach abgeschlossenem Vertrag. Auch mehrere gesetzliche Krankenkassen zahlen osteopathische Behandlungen ganz oder teilweise. Manche machen eine Behandlung durch einen ärztlichen Osteopathen zur Bedingung.

 

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