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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Richtig laufen lernen

Joggen ist ein beliebter und zudem sehr gesunder Ausdauersport. Leichtathletin Dörte Nadler aus Melsungen und Sportwissenschaftler Prof. Armin Kibele von der Universität Kassel erklären, worauf Anfänger und Wiedereinsteiger achten müssen, um ihrer Gesundheit nicht zu schaden und mit Freude dabei zu bleiben.

Diese junge Frau ist ein Laufprofi – das sieht man sofort: schlank, drahtig, agil, sportlich und äußerst gut gelaunt. „Laufen ist mir in die Wiege gelegt worden“, sagt Dörte Nadler. Die 24-jährige Leichtathletin aus Melsungen trainiert seit ihrem 14. Lebensjahr auf den Mittel- und Langstrecken. „Meine Schwerpunkte sind drei, fünf und zehn Kilometer“, sagt sie. Dörte Nadler startet für den PSV Grün-Weiß Kassel – und das sehr erfolgreich. Die Lehramtsstudentin wurde unter anderem einmal Deutsche Hochschulmeisterin im Crosslauf, dreimal Deutsche Meisterin mit der Juniorinnenmannschaft im Cross- und Zehn-Kilometer-Straßenlauf, Sechste bei den Deutschen Juniorenmeisterschaften im Crosslauf und zweimal Deutsche Vizemeisterin mit der Juniorinnenmannschaft im Zehn-Kilometer-Straßenlauf. Eine Liste, die sich noch beliebig fortsetzen ließe.

Dörte, was machen viele falsch, wenn sie beim Joggen nicht durchhalten oder trotz Training weder Ausdauer noch Muskeln aufbauen?
Dörte Nadler: Viele übernehmen sich ganz einfach. Sie wollen gleich eine Stunde laufen und halten dann nicht durch. Es ist wichtig, langsam zu beginnen, zum Beispiel mit Walking, um so die Ausdauer aufzubauen. Die meisten laufen zu schnell, dann geht auch der Puls zu schnell hoch. Ich empfehle jedem, seinen Puls mit einer Pulsuhr zu kontrollieren. Auch die falschen Laufschuhe sind ein häufiger Fehler. Das kann auf die Gelenke gehen und schnell zu Beschwerden führen.

Schuhe anziehen und losrennen ist also keine gute Idee. Heißt das, man braucht einen Plan um joggen zu gehen? Ist das nicht gleich wieder aufwändig und kompliziert?
Nadler: Es ist gut und wichtig nach Plan zu laufen. Anfänger sollten dreimal die Woche trainieren und zwischen den Trainingseinheiten einen Tag Pause einlegen. Der Fehler bei vielen ist: Sie laufen fünfmal in der Woche und geben richtig Gas. Wer langfristig Erfolg haben möchte, muss mit Sinn und Verstand trainieren. Dann macht es auch Freude und man bricht das Training nicht nach kurzer Zeit schon wieder ab.

Welche positiven Effekte hat das Laufen auf den Körper?
Nadler: Laufen ist eines der einfachsten ganzheitlichen Gesundheitskonzepte. Es ist ein Ganzkörpertraining, bei dem die Ausdauer und sehr viele Muskeln trainiert werden. Der Sport ist ideal, um Gewicht zu reduzieren, er wirkt sich positiv auf das Herz-Kreislauf-System und den Blutdruck aus, ist gut für Fitness und Kondition, er macht beweglicher und ist ein effektiver Stressabbauer.

Du bist im Leistungssport zu Hause und hast deshalb einen straffen Trainingsplan. Doch was bedeutet das Laufen für Dich persönlich?
Nadler: Ich habe gerade an der Uni mein Examen gemacht und konnte durch das Lernen und die Vorbereitung nicht so trainieren, wie ich es für gewöhnlich tue. Es hat mir unglaublich gefehlt. Deshalb ist es eine riesige Freude, dass ich jetzt wieder die Zeit dafür habe. Für mich bedeutet es, zu entspannen, den Kopf frei zu bekommen, den Stress vom Lernen abzubauen. Ich kann dabei die Natur genießen. Es ist eine Auszeit vom Alltag. Trotzdem habe ich beim Laufen auch den Leistungsgedanken, der mich begleitet. Ich möchte Grenzen austesten und immer wieder neue Bestzeiten aufstellen.

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