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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Der Schlüssel zur Gelassenheit

Entspannt in den Tag starten: Auch Rituale helfen, im Alltag gelassener zu bleiben. Foto: © Yakobchuk Olena - Fotolia.comJeder kann lernen, die Ruhe selbst zu bleiben
Kurz davor aus der Haut zu fahren? Die bessere Wahl: Gelassenheit lernen. Der Schlüssel dazu liegt in uns selbst. Gelassenheit ist die ganz bewusste Entscheidung, die Herausforderungen des Lebens anzunehmen, die Dinge mit einer gehörigen Portion Optimismus und Zuversicht anzugehen und sich nicht allzu leicht aus der Ruhe bringen zu lassen. Lesen Sie, wie man es schafft, gelassener zu bleiben.

Ach wenn ich doch nur ein bisschen gelassener wäre, seufzt Anja heute früh, nachdem sie mir erzählt hat, was auf sie zurzeit beruflich und privat alles einstürmt. Alle haben Ansprüche an sie, die erfolgreich im Vertriebsinnendienst eines großen Unternehmens arbeitet. Und sie arbeitet wirklich gern, wie sie mir versichert. Aber jetzt, mit dem Kind, hat sich alles verändert! Und Frank, ihr Ehemann, ja der ist ein stark eingebundener Manager. Da muss Anja sich „neben dem Beruf“ um Kind und Haushalt alleine kümmern. Geht ja nicht anders, sagt sie. Anja will es jedem recht machen. Und manchmal, so wie heute früh, wird es ihr zu viel. Und dann wünscht sie sich ein bisschen mehr Gelassenheit!

Wann wünschen Sie sich mehr Gelassenheit?
Wenn Sie spät dran sind und ein Stau auf der Straße Sie aufhält oder eine Baustelle Sie völlig aus der Fassung bringt? Wenn ein Kollege Sie völlig respektlos behandelt und Ihnen mal wieder die Worte fehlen, die ihn zurechtweisen, was Sie noch wütender macht? Wenn Sie nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommen, sich nur noch Ruhe wünschen und die Kinder lärmend über Tische und Bänke gehen?

Meistens wünschen wir uns Gelassenheit in Situationen, an denen wir zumindest kurzfristig sowieso nichts ändern können und wenn uns das Leben damit mal wieder einen Strich durch die eigenen Pläne und Wünsche macht. Dann reagieren wir wütend, ärgerlich, aufbrausend oder auch vor uns hinleidend. Auf jeden Fall hoch emotional – obwohl wir doch wissen, dass das unsere Lage keineswegs verbessert.

Wir wünschen uns, besser in Balance sein zu können. Wir wünschen uns Gelassenheit im Sinne von mehr Ausgeglichenheit, um unsere Lebensqualität zu verbessern. Da hilft jetzt kein aufmunterndes Schulterklopfen eines wohlwollenden Mitmenschen begleitet von den Worten: „Jetzt reg Dich doch nicht so auf!“ Im Gegenteil, man geht dann meistens erst recht hoch.

Langfristig macht Ärger unzufrieden
Wieso ist es denn so schwer, ruhig zu bleiben? Und wie erreichen wir es, die Aufregung „sein zu lassen“? Manchen Menschen gelingt es, äußerlich eine große Ruhe auszustrahlen, ohne sich die innere Aufregung anmerken zu lassen. Das ist es nicht, was ich unter Gelassenheit verstehe, wenn es auch gelegentlich hilfreich sein kann. Nur langfristig machen der Druck und der Ärger, den wir unterdrücken, uns unzufrieden und krank. Die Gelassenheit, die wir uns langfristig wünschen sollten, ist daher die innere und damit die echte Gelassenheit. Also etwas, das dazu führt, dass wir erst gar nicht hoch emotional reagieren. Das zu erreichen, kann eine Lebensaufgabe sein, aber man braucht ja auch Ziele im Leben. Hier einige Tipps, die Ihnen helfen.

  • Bleiben Sie mit sich in Kontakt, dann verlieren Sie nicht so schnell die Fassung!
    Wenn Sie im Stau stehen, sollten Sie freundlich und laut mit sich sprechen: „ So, jetzt stehe ich hier im Stau. Da merke ich doch schon wieder, wie mir der Kamm schwillt. Ich werde nervös und mein Blutdruck steigt. Gleich werde ich auch noch anfangen zu schwitzen, es ist immer dasselbe! Was macht eigentlich der Fahrer des Nebenwagens? Ach der telefoniert! Vielleicht hat der auch einen wichtigen Termin und sagt, dass er später kommt. Ich warte mal noch fünf Minuten; wenn es dann nicht voran geht, muss ich auch anrufen …“. Sprechen Sie einfach immer weiter ruhig und freundlich auf sich ein. Lassen Sie es zur Gewohnheit werden, so mit sich zu sprechen und erleben Sie, wie Sie von Fall zu Fall ruhiger werden. Klingt komisch? Geben Sie der Methode eine Chance. Es kann ja nur besser werden!
  • Entlarven Sie Ihren „Button“
    Für den Fall des respektlosen Kollegen ist dieser Vorschlag nicht geeignet, wenn Sie sich nicht der Lächerlichkeit preisgeben wollen. Diese Situation sollten Sie im Nachhinein analysieren, um festzustellen, welchen „Button“ der Kollege bei Ihnen gedrückt hat. „Buttons“ sind sogenannte Kränkungsknöpfe, die, vom Gegenüber bewusst oder unbewusst gedrückt, dazu führen, dass Sie hochgehen wie das sprichwörtliche HB-Männchen. Was macht Sie an dieser Stelle so verletzlich? Wer oder was hat diesen Knopf in der Vergangenheit bei Ihnen entstehen lassen? Wozu benötigen Sie diesen „Button“ heute noch? Beantworten Sie diese Fragen am besten schriftlich. Je genauer Sie die Entstehungsgeschichte des Knöpfchens kennen, desto leichter werden Sie sich in der Gegenwart davon verabschieden können.
  • Berücksichtigen Sie Ihre eigenen Bedürfnisse
    Und wie gehen Sie mit Ihrem Ruhebedürfnis nach einem anstrengenden Tag um? Hier hilft es, den Alltag langfristig so zu organisieren oder umzustrukturieren, dass nicht nur Arbeit und Familie im Gleichgewicht sind, sondern dass auch noch Energie für Ihre eigenen Bedürfnisse übrig bleibt. „Da hat sie leicht reden!“, denken Sie jetzt vielleicht. Ja, reden ist immer leichter als tun. Und tun müssen Sie es, da haben Sie recht. Aus Erfahrung weiß ich, dass sich immer Wege finden lassen, um diese Situationen zu entschärfen. Langfristig haben alle etwas davon!

Gelassenheit bedeutet nicht Gleichgültigkeit. Es ist ein Zeichen von Lebendigkeit, wenn Sie emotional reagieren. Bleiben Sie also Mensch und versuchen Sie es, wenn alle Tipps nichts helfen, mit Humor die höchste Form, die heitere Gelassenheit, zu erlangen.

 

 

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