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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Broken-Heart-Syndrom: Wenn der Herzmuskel trauert

130924_herzmuskelDer Tod von Schauspielerin Chantal de Freitas im Juli gibt vielen Rätsel auf. Starb die Ehefrau TV-Stars Kai Wiesinger an gebrochenem Herzen, weil sie die Trennung nicht verwand? Poeten und Literaten wussten es schon lange, dass unter einer unglücklichen Liebe nicht nur die Seele leidet. Nun beweisen es auch Wissenschaftler: An einem gebrochenem Herzen kann man sterben. Unter ihnen ist das Phänomen Liebeskummer als „Broken-Heart-Syndrom“ bekannt.

Meist sind Frauen nach den Wechseljahren betroffen, die einen Angehörigen verloren haben oder unter anderen Stresssituationen leiden. Warum das so ist, ist noch ungeklärt. Mediziner vermuten als Ursache einen Rückgang der weiblichen Hormone während der Wechseljahre. Wissenschaftler weltweit erforschen die geheimnisvolle Krankheit. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Funktionsstörung beim Broken-Heart-Syndrom einem Verschluss des linken Herzkranzgefäßes ähnelt, ohne dass dieses tatsächlich verstopft ist. Dennoch pumpt das Herz nicht richtig.

Hormone fluten das Herz
Ein aus Trauer gebrochenes Herz? Ja, die Seele kann das Herz krank machen. Das Pumporgan zerbricht nicht wirklich in Teile, es erleidet aber einen massiven Einbruch seiner Funktion. Denn es verkraftet die Flut an Hormonen nicht, der es ausgesetzt ist. Eine Studie des Johns Hopkins Medicine Institute belegt, dass beim Broken-Heart-Syndrom der Körper eine Überdosis Stresshormone ausschüttet. Die Folge: Das Blut kann nicht mehr richtig zirkulieren. Die Patienten fühlen sich schwach, bekommen wenig Luft und haben Schmerzen im Brustkorb oder Flüssigkeit in der Lunge. Im schlimmsten Fall kommt es zum Herzstillstand.

Weltweit werden täglich wohl Tausende Herzen gebrochen – im übertragenen Sinn. Wie viele Menschen tatsächlich medizinisch erkranken, ist nicht bekannt. Man schätzt, dass in Deutschland etwa zwei Prozent der Patienten an gebrochenem Herzen leiden, die mit Verdacht auf einen Herzinfarkt ins Krankenhaus eingeliefert wurden. Die Dunkelziffer liegt wahrscheinlich viel höher. Während etwa die Hälfte aller Herzinfarktpatienten stirbt, liegt die Rate beim Broken-Heart-Syndrom bei etwa 3,2 Prozent. Diese Patienten sterben nur dann, wenn sie unter heftigen Rhythmusstörungen leiden, die den Herzmuskel lahm legen können.

Meist verläuft das Broken-Heart-Syndrom glimpflich und das Herz erholt sich nach ein paar Wochen von dem Stress und schlägt wieder mit gewohnter Kraft. Die Krankheit sollte jedoch nicht unterschätzt werden. Neben speziellen Medikamenten ist auch eine Psychotherapie entscheidend für die Genesung. Hier kann man lernen, wie man hohen Stress oder den Verlust eines geliebten Menschen überstehen kann. Ein gebrochenes Herz heilt nicht allein und braucht vor allem seine Zeit.

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