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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Das Kreuz mit dem Knie

Foto: © Von Schonertagen - Fotolia.comDas Knie, unser größtes Gelenk, ist täglich großen Belastungen ausgesetzt: Beim Stehen muss es das Doppelte des Körpergewichts tragen, beim Treppensteigen sogar das Sechsfache. Da wundert es nicht, dass Knieschmerzen zu den häufigsten Gelenkproblemen gehören. Mal treten sie plötzlich auf, mal entwickeln sie sich schleichend. In jedem Fall schränken sie die Lebensqualität ein. In dieser und den kommenden Ausgaben von Vitales Nordhessen erfahren Sie mehr über Ursachen und wie man sie behandelt.

Arthrose: Wenn jede Bewegung schmerzt
Arthrose ist eine typische Alterserkrankung. Sie entsteht meist schleichend und wird oft erst spät bemerkt. Etwa fünf Millionen Deutsche sind betroffen. Mehr als 50 Prozent der chronischen Erkrankungen bei über 60-Jährigen gehen auf das Konto von Arthrosen, Frauen sind häufiger erkrankt als Männer. Damit ist sie die häufigste Gelenkerkrankung hierzulande.

Meist tritt der Gelenkverschleiß am Knie auf (Gonarthrose): Die Knorpelschicht zwischen Oberschenkel und Schienbeinkopf wird immer mehr abgerieben und verliert ihre Dämpfungsfunktion. Die Folge: Das Knie schmerzt und versteift im Extremfall. Es gibt Risikofaktoren, die Arthrose begünstigen: Übergewicht, dauerhafte Überbelastung oder Fehlstellung des Gelenks, zum Beispiel durch O-Beine. Ebenso können die Ursache Unfälle und Verletzungen sein.

Hilfreich sind Krankengymnastik und Physiotherapie, schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente. Empfohlen werden auch Präparate mit Glucosamin, die den Knorpel nähren. Ebenso können Akupunktur, Elektrotherapie, Kälte- und Wärmebehandlungen die Schmerzen lindern. Heilbar ist Arthrose bis heute nicht. Um den weiteren Knorpelabbau vorzubeugen und die Beweglichkeit zu erhalten, kann jeder etwas tun. Die Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention empfiehlt Gymnastik, Radfahren, Walking und Aqua-Jogging.

Auch die richtige Ernährung hat Auswirkungen. Betroffene sollten beispielsweise auf Rotwein, fetten Fisch, Butter, Sahne und Eigelb verzichten. Stattdessen gehören Salate, Obst, Naturreis, magerer Fisch und kalt gepresste Öle auf den Speiseplan.

Arthritis: Wenn das Knie rot und geschwollen ist
Rötungen, Schwellungen, Schmerzen, Überwärmung und eingeschränkte Beweglichkeit, das sind Anzeichen für Arthritis, eine Gelenkentzündung. Dabei unterscheidet man drei Formen: die rheumatoide, infektionsbedingte und posttraumatische Arthritis. Bei der rheumatisch-entzündlichen Form greifen Antikörper des Immunsystems körpereigene Substanzen wie den Kniegelenkknorpel an. Das führt zu Entzündungen. Ein anderer Auslöser sind Infektionen mit Bakterien oder Viren, die über die Blutbahn in das Kniegelenk gelangen. Ebenso kann es nach einem Unfall zu Arthritis kommen, wenn Keime durch Verletzungen der Knochen in den Gelenkinnenraum eindringen. Auch können Stoffwechselerkrankungen wie Gicht zu Arthritis führen.

Die rheumatoide Arthritis ist die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung weltweit, Frauen erkranken dreimal so häufig wie Männer, mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit. Allerdings ist rheumatoide Arthritis keine „Alterskrankheit“, sie kann auch Kinder treffen. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass weltweit 23,7 Millionen Menschen unter rheumatoider Arthritis leiden, in Deutschland etwa 800 000.

Die Therapie ist von der Ursache abhängig. Bei einer akuten infektiösen Arthritis helfen entzündungshemmende Medikamente wie Kortison, sie heilt bei rechtzeitiger Behandlung auch gut aus. Chronische Gelenkentzündungen wie die rheumatoide Form entwickeln sich schleichend und treten in Schüben auf. Der Prozess lässt sich verlangsamen, Entzündung und Schmerzen mit Medikamenten gut kontrollieren. Neben Schmerzmitteln und Entzündungshemmern kommen Rheumamedikamente und Immunsuppressiva, die die körpereigene Abwehr unterdrücken, zum Einsatz.

Bei akuten Schüben gilt es, das Gelenk zu schonen, hochzulegen und zu kühlen, bis die Entzündung abgeklungen ist. Bei versteiften Gelenken empfehlen Mediziner Krankengymnastik, physikalische Therapie oder Ergotherapie. Generell wird Patienten eine ausgewogene Ernährung mit wenig Fleisch empfohlen.

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