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Gesund im Unternehmen

Das Phänomen der medialen Überforderung

Mittlerweile mehren sich die Fehlzeiten durch psychische Belastungen und stressbedingte Erkrankungen. Die Bundes-Psychotherapeuten-Kammer hat für 2010 analysiert, dass bereits elf Prozent der Fehltage durch psychische Erkrankungen und Burn-out verursacht wurden. Viel wird über persönliche Ansätze und vorbeugende Maßnahmen beim einzelnen Mitarbeiter geschrieben. Dieser Artikel rückt die technischen Rahmenbedingungen in Unternehmen in den Fokus, die zu Stress führen können. Immer mehr Kommunikationskanäle durch soziale Medien und Web-Technologien, die alle bedient und aktuell gehalten werden sollen, können zu einer medialen Überforderung führen. Hier sollen einige Ideen für Unternehmenskultur und Führung vorgestellt werden, die diese Überlastungssituation entschärfen helfen. Es geht um die Einführung einer Art von „Kommunikationshygiene“ im Umgang mit Technik und den persönlichen Ressourcen der Beschäftigten.

Wie führen moderne Techniken zu Stress?
Durch sogenannte Kooperationstechnologien (Blog, Chat oder Facebook) werden immer mehr Möglichkeiten zur betriebsinternen und privaten Kommunikation geschaffen. Auf den vielen Kanälen (Mail, soziale Netze, Telefon, etc.) aktuell zu bleiben, erfordert eine ständige Aufmerksamkeit. Unterstützt durch Notebooks, Smartphones und Pads, ist es möglich, zu jeder Zeit und von jedem Ort Informationen abzurufen. Das führt dazu, dass viele Beschäftigte ständig erreichbar und wirkliche Pausen oder Ruhezeiten zunehmend schwerer einzuhalten sind. Durch die ständige Erreichbarkeit dringt der Beruf auch in die Freizeit und es verwischen berufliche und private Grenzen. Das erschwert ein Abschalten und eine notwendige Regeneration.  Ständige Erreichbarkeit führt zu häufigen Unterbrechungen im Arbeitsfluss. Um nach einer Unterbrechung die Tätigkeit wieder aufzunehmen, erfordert es viel Konzentration und kann zu Stress führen. Besonders wenn der Handlungsspielraum der Arbeit eng gesetzt ist (Zeitdruck, viele Vorgänge gleichzeitig etc.), werden häufige Unterbrechungen und Multitasking als besonders anstrengend empfunden, wie eine Forschungsstudie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und -medizin aufzeigt1.

Was können Unternehmen tun?
Welche Möglichkeiten haben Unternehmen, nützliche Rahmenbedingung zu schaffen, um mediale Überforderung einzudämmen? Nutzen Sie die Vorteile moderner Kommunikationstechnologien für die Reduzierung von Meetings. Gleichzeitig sollten Ruhezeiten definiert werden, in denen Smartphones und Notebooks ausgeschaltet werden. Für abgrenzbare Projekte oder Abteilungen kann ein fester Kommunikationskanal definiert werden – zum Beispiel kann ein virtueller Zusammenarbeitsraum (beispielsweise Microsoft SharePoint oder Lotus System Time) die E-Mail ablösen. Somit muss nur ein einziges Medium aktuell gehalten werden. Dazu bedarf es jedoch einer kritischen Bestandsaufnahme.n

Studie: A. Baethge/ T. Rigotti (2010): Arbeitsunterbrechungen und Multitasking Forschung; Projekt F 2220; Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Dortmund

Diskussion

Ein Kommentar zu “Das Phänomen der medialen Überforderung”

Eine Antwort zu “Das Phänomen der medialen Überforderung”

  1. Petra sagt:

    Ich finde das Thema aktuell sehr passend, ich merke es selbst an mir das mir die Medien immer mehr zu schaffen machen, da man immer vernetzter ist.

    Ich denke die Arbeitgeber sollten es ermöglichen in der Mittgaspause zu schlafen, sowie sollten Medienkanäle mehr gebündelt werden.

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