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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

Winterkilo dalli, dalli loswerden

Advent, Nikolaus, Weihnachten, Silvester, Karneval und Winterurlaubsromantik am Kaminfeuer vor den grandios-winterlich-brachial-verschneiten Bergpanoramen Europas unter dem weitläufigen Sternenhimmel der Milchstraßen-Galaxie: In der kalten Jahreszeit akkumulieren sich bei derartigen Aktionen sehr gerne die Pfunde – doch leider an den falschen Stellen. Vor und während des Freibadbesuchs oder beim Trip an maritime Ufer stellt sich für viele halbnackige Urlauber im Sommer dann plötzlich wieder die unselig-quälende Frage, wie sich die Winterkilo im Nu wieder rasch verflüchtigen.

Foto: monticellllo/stock.adobe.comAuf Diätpillen fallen viele Verbaucher deshalb herein. Besonders im Internet prügeln sich die Pillendreher und Anbieter von Abnehmprodukten geradezu um verzweifelte Käuferinnen und Käufer, denen sie schnelle Hilfe in Sachen Diät und Gewichtsreduktion versprechen. Die Hersteller nutzen die schönheitsideellen Ängste besonders von Frauen gnadenlos aus.

Nach Informationen des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) seien etwa immer noch Produkte mit der in der Europäischen Union längst verbotenen Substanz „Sibutramin“ im Umlauf. Herzrasen, erhöhter Blutdruck, Kopfschmerzen, Unverträglichkeit mit Antidepressiva, Sprach- und Sehstörungen sowie vieles mehr: Dieser Appetitzügler hat schönen Frauen aus aller Welt schon das Leben gekostet. „Vorsicht ist auch geboten bei schnellen und unrealistischen Erfolgsversprechen. Empfehlungen und ,Erfahrungsberichte‘ in Diskussionsforen und Chatrooms können auch getarnte Werbung sein, etwa zu nicht zulässigen gesundheitsbezogenen Angaben“, warnt das BVL.

Neue Erkenntnisse zum Thema „Abnehmen“
In aller Munde ist derzeit ebenso die sogenannte „Low-Carb“-Diät. Anwender verzichten dabei oft gänzlich auf Kohlenhydrate, sind diese doch in vielen kulinarischen Gaumenfreuden enthaltene Dickmacherchen. Aber Ärzte und Experten wiegeln ab: Wirklich gesund und effektiv seien diese radikalen Abnehmprogramme kaum. Denn das Essen drohe, sich dann einseitig und zu fettreich zu gestalten. „(…) Nicht jede Diät, die auf Kohlenhydrate verzichtet, ist wirklich gut“, meint zum Beispiel Wiebke Franz, eine Lebensmittel-Expertin der Verbraucherzentrale Hessen. Besonders Sportler seien oft weniger leistungsfähig. Weitere Abnehmwillige litten unter Verstopfung sowie Bluthochdruck.

Deshalb rät die Verbraucherzentrale Hessen zu „gemüsebasiertem“ und gemäßigtem Verzicht auf Kohlenhydrate während einer solchen Diätform, die zum Beispiel Nudeln und Weißbrot ausspart. Forscher in den USA um die Wissenschaftler Sara B. Seidelman, Brian Clagett und Susan Cheng et al. fanden im Magazin „The Lancet“ gar heraus, dass weder zu viele noch zu wenig Kohlenhydrate beim Essen gut sind. Und dass die spezielle Art des Protein- und Fettgehaltes während eines verschlankenden Abnehmprogramms den Erfolg beeinflusst: „Speisepläne mit wenig Kohlenhydraten, die Fleisch-Proteine und fettreiche Ernährung aus Lamm, Rind, Schwein und Hühnchen bevorzugen, wurden mit einer höheren Sterblichkeitsrate in Verbindung gebracht, wohingegen pflanzliche Protein- und Fettaufnahme aus zum Beispiel Gemüse, Nüssen, Erdnussbutter und Vollkornbrot mit einer niedrigeren Sterblichkeitsrate assoziiert wurden, was darauf schließen lässt, dass die Ernährungsweise den Zusammenhang zwischen Kohlenhydrat-Aufnahme und Sterblichkeit spürbar verändert.“ Und: Einen „prozentuallen Kohlenhydratanteil von 50 bis 55 Prozent am Energiehaushalt“ halten die US-Wissenschaftler für gesund.

Gesundheitsfimmel und verkorkste Schönheitsideale
Diese neuen Erkenntnisse zum Thema Abnehmen zeigen: Bei Übergewicht sollte man ungefährliche Diäten anwenden und sich Zeit nehmen. Andere kostspielige sowie trügerische Produkte und Ernährungsprogramme sind besonders gefährlich, wenn sie versprechen, in zu kurzer Zeit utopisch große Mengen eingeschlichener Pfunde wegzuzaubern. Niemand darf sich vom übersteigerten Gesundheitsfimmel und dem verkorksten Schönheitsideal dieser Zeit schlecht beraten lassen. Denn der gesellschaftliche Druck, übertrieben schlank zu sein, ist im 21. Jahrhundert vorhanden.

Foto: monticellllo/stock.adobe.com

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