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Gesundheit und mehr Wohlbefinden

„Laufen kann das Leben um drei Jahre verlängern“

Foto (Illustration): © Halfpoint/FotoliaDie Sonne scheint wieder, der Winter ist vorbei, ein Meer aus grünen, weißen und fliederfarbigen Nuancen erobert sich die nordhessische Landschaft zurück: Jetzt sind im Frühling die Temperaturen ideal, um bei einem Waldlauf abzuschalten. Der Laufsport gilt im Allgemeinen als eine der gesündesten Sportarten. Doch was genau ist daran gesund und was ist beim Einstieg in den Sport zu beachten?

Vitales Nordhessen sprach darüber mit Dr. med. Peter Hülsmann, Chefarzt der Chirurgie im Krankenhaus Hofgeismar, der selbst ein begeisterter Läufer ist.

Das Training einteilen
Wer sich dazu entscheidet, das Jogging als Hobby aufzunehmen, sollte zunächst einen sportärztlichen Check-up machen. Denn zum Beispiel eine unentdeckte Herzerkrankung könne sich dabei schnell als Gefahr erweisen.

Stellt ein Arzt insgesamt keine gravierenden Probleme fest, geht der Laufsport im Freien so richtig los. Wichtig dabei sei ein vorsichtiges Herantasten: „Wenn ich als normaler Freizeitläufer laufe, dann fängt man mit kurzen Strecken an, zwei- bis dreimal wöchentlich“, sagt Dr. med. Hülsmann. Er empfiehlt, dem Körper immer wieder Zeit zur Ruhe zu geben, sodass man nicht jeden Tag laufen sollte. Was zunächst mit 30- bis 45-minütigen Laufeinheiten beginne, sei dann später auch auf ein bis zwei Stunden steigerbar. „Es gibt auch schöne Apps, mit denen man sich Trainingspläne herunterladen kann.“

Gesund für Psyche und Körper
Beim Joggen schüttet der Körper Stoffe aus, die bei vielen Läufern Glücksgefühle auslösen. Und genau dies tue gut, wenn man an Verstimmungen leide, weiß Dr. Hülsmann, denn die Stimmung verbessere sich durch das Laufen. Und: Dieser Sport tut auch etwas für das Gehirn: Durch die erhöhte Aufmerksamkeit, die ein Läufer seiner Umgebung schenkt – das Knacken von Ästen im Wald, die Geräusche der Natur – trainiert Laufen nicht nur den Körper, sondern auch den Geist.

Körperlich gesund ist dieser Sport zudem: gesund für die Lunge und für das Herz-Kreislaufsystem. So funktioniere das Herz durch regelmäßiges Laufen einfach besser, weiß Dr. med. Hülsmann. Denn der Sport könne Arterienverkalkungen mildern, das Risiko eines Herzinfarktes sinke erheblich. „Laufen erhöht die Lebenserwartung um drei Jahre“, so das Fazit des Chefarztes aus dem Hofgeismarer Krankenhaus.

Doch der Laufsport birgt auch orthopädische Gefahren, weil die Stoßbelastung die Gelenke belastet. So ist dieser Sport für Arthrose-Betroffene nicht ideal, weil diese Krankheit die für sportliche Aktivitäten so wichtige Knorpelschicht der Gelenke zerstört. So rät Dr. med. Hülsmann, sich bei Arthrose ärztlich beraten zu lassen, was sportlich noch sinnvoll sei. Ebenso kann der Laufsport ein künstliches Gelenk negativ beeinflussen.

Die positiven Effekte des Laufens sind unabhängig vom Einstiegsalter, Menschen im Alter von 45 bis 60 Jahren profitieren sogar am stärksten. Schon ein bis zwei Stunden wöchentlich genügen, um das Herzinfarktrisiko um bis zu 70 Prozent, das Krebsrisiko um bis zu 50 Prozent zu senken.

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